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Carolinensiel Sehenswürdigkeiten

Auch ein kleiner Ort wie Carolinensiel bietet interessante Sehenswürdigkeiten. Auf dieser Seite haben wir einige der Sehenswürdigkeiten für Sie näher beschrieben. Schauen Sie auch bei unseren Reiseinformationen vorbei und informieren sich über den Ort und Umgebung oder lassen sich von Carolinensiel Bildern zu einem Besuch inspirieren.


© Heidas / Wikimedia Commons

Deutsches Sielhafenmuseum

Das Sielhafenmuseum wurde Anfang der 80er Jahre eröffnet und beschleunigte damit den Ausbau des Museumshafens in Carolinensiel, der 1987 fertig gestellt wurde. Im Hafen liegen heute historische Schiffe, die sogenannten Tjalks und Nachbauten.

Das Deutsche Sielhafenmuseum zeigt das Leben und Arbeiten zu Wasser und an Land vergangener Zeit. Die Ausstellungsfläche von rund 2500 m² in drei historischen Gebäuden und dem originalgetreu rekonstruierten Museumshafen lädt ein, sich eine Vorstellung der damaligen Lebensumstände zu machen und zahlreiche Traditionsschiffe zu bestaunen.
Im Mammens Groot Hus, dem großen Haus, wird gezeigt, womit die Menschen früher in einem Sielhafenort Ihr Geld verdient haben, im Kapitänshaus können die Besucher die rekonstruierte Seemannskneipe "Zur Seemanns-Auskunft" sehen, eine alte Seemannsküche und eine alte Hafenapotheke. In der guten Stube des Kapitäns können sich Paare trauen lassen. In der Alten Pastorei wird maritimes Handwerkzeug gezeigt.

Das ganze Hafenensemble ist heute denkmalgeschützt, der Besucher bekommt eine Vorstellung der vergangenen Zeiten, als im Hafen von Carolinensiel ein reger Betrieb herrschte mit bis zu 1500 Schiffsbewegungen jährlich.

© Heidas / Wikimedia Commons

Friedrichsschleuse

Im Jahr 1765 wurden im Norden Carolinensiels, zur damaligen Zeit der wichtigste Hafen Ostfrieslands neue Groden eingedeicht. Neben den Deichen wurden eine Schleuse, ein Schleusentor und eine Klappbrücke gebaut. Durch den Bau der Schleuse konnten größere Schiffe den Hafen von Carolinensiel anlaufen.

Der Hafen war jetzt gegenüber der Nordsee geschützt, sodass die zahlreichen Händlerschiffe den Hafen ohne Probleme passieren konnten und ihre Fracht ein- bzw. abluden, die Eindeichung hatte einen Aufschwung der Wirtschaft und des Handels in Carolinensiel zur Folge. Der Ort Friedrichsschleuse hat sich zu einem Fischerdorf entwickelt, auf der Seeseite errichtete der Schiffzimmermeister Johann Heeren Haak eine Werft, die 1825 bei einer Strumflut zerstört wurde. Später baute man die Werft zwischen Friedrichsschleuse und Carolinensiel wieder auf.

Die Zugbrücke wurde während der Sturmflut 1953 beschädigt und später abgebrochen, eine neue, feste Brücke wurde etwa 100 Meter nördlich gebaut. Erst als der Museumshafen im Carolinensiel restauriert wurde, wurde an der Friedrichsschleuse wieder eine ZUgbrücke eingebaut. Heute können Segelschiffe die Schleuse ohne Probleme wieder passieren.

© Heidas / Wikimedia Commons

Deichkirche

Die Deichkirche von Carolinensiel, datiert aus dem Jahr 1776, ist die nördlichste Kirche des gesamten Harlingerlandes und die einzige an der ganzen Küste, die auf einem Deich errichtet wurde.

Im Innenraum der Kirche dominiert neben dem schlichten Saalbau, eine aus der Barockzeit stammende Altarkanzel. Die Orgel des Wittmunders Hinrich-Just Müller wurde 1782 nachträglich mit dem Empore eingebaut und schmückt den Saalbereich der Deichkirche. Die Gläubigen stifteten drei bemerkenswerte Schiffsmodelle als Votivgaben, Die Brigg Venus von 1776 links vom Altar, rechts die Fregatte Aleje Mehrings von 1921 und an der Nordseite der Kirche die Dreimastebark Marie Emilie aus dem Jahr 1985.

Der Glockenturm, verziert mit einem Schwan auf der Spitze (Symbol der Lutheraner), wurde 11 Jahre nach dem eigentlichen Kirchenbau errichtet und wegen der Sturmwinde extra niedrig gehalten.

Die Deichkirche ist im Sommerhalbjahr täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Kirchenführungen finden jeden Mittwoch um 10 Uhr statt. Die Kirche ist Bestandteil des Carolinensieler Museumsweges.


© Margit Drolshagen / Wikimedia Commons

Spielzeugmuseum „Dat Ole Hus van 1866“ in Wittmund

Das Museum "Dat ole Huus van 1866" ist ein kleines Spielzeugmuseum und zeigt eine auserlesene Puppensammlung aus den letzten zwei Jahrhunderten, zahlreiche andere Spielzeugraritäten und antike Teddybären an. Da strahlen die Augen jedes Kindes und auch für Erwachsene ist ein Besuch lohnenswert.

Die Geschichte des Spielzeugs beginnt schon in der jüngeren Steinzeit, bei Ausgrabungen wurden wurden puppenähnliche Tonformen, Rasseln und Pfeifen gefunden, aber auch Knochen und Steine, die an Puppen erinnerten. Seit dem Altertum wurde Holz als Material für Spielzeugherstellung populärer, in Ägypten wurden sogar Holzspielsachen mit beweglichen Gliedmaßen hergestellt. Die Römer haben geschlechterspezifische Spielzeuge eingeführt, z.B. Schwerter für die Jungen und Puppen und Kochgeschirr für die Mädchen, diese Aufteilung wurde im Mittelalter durch den Einfluss der Kirche verstärkt. Spielzeug wurde zum Statussymbol, Kinder aus reichen Häusern spielten mit Sachen aus teuren Stoffen, Kinder aus ärmlichen Verhältnissen hatten Spielzeug aus Naturmaterialien wie Bast, Stroh oder Holz. Seit der Industrialisierung werden Spielzeuge aus Metall, z.B. Modellautos, oder aus Kunststoff hergestellt, Holzspielzeug ist heute dagegen teuer, aber beliebt, das es widerstandsfähig und nicht gesundheitsschädlich ist.

Wenn Sie mehr über die Geschichte von Teddybären erfahren möchten, besuchen Sie das Spielzeugmuseum. Es befindet sich in Wittmund, in der Wittmunder Straße 6 und öffnet seine Tore zwischen April und Oktober montags bis freitags von 15.00 bis 18.00.